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Chinesische Literatur 2000-2010

九月 10, 2010

Die Literatur der Volksrepublik China ist, wie das Land selbst, vielseitig und widersprüchlich. Es ist immer schwierig, die unmittelbare Gegenwart zu beschreiben, das gilt auch für die Literatur anderer Sprachen und Gebiete. Einige Tendenzen lassen sich dennoch wahrnehmen:

1. Soziale Relevanz ist wichtiger als je zuvor, und zwar in Abgrenzung zu staatlichen Organisationen. Reportagen, Essays und ähnliche Textsorten sind dementsprechend bedeutend.

2. Film und öffentlicher Diskurs werden, wie schon in den 1980er- und 1990er-Jahren, immer wieder in Zusammenhang mit Literatur wahrgenommen. Neu sind Künstlerinnen und Künstler, die sowohl schreiben als auch Filme drehen.

3. Frauen sind in der literarischen Welt prominenter als früher.

4. Internet, Ausland und Exil sind ebenfalls wichtiger geworden. Heute gibt es nicht nur viele chinesische Autorinnen und Autoren in den USA, sondern auch in Frankreich, Deutschland und anderen Ländern. Nur einzelne Emigranten (wie etwa der Dichter Duo Duo, der inzwischen auf der Insel Hainan an einer Universität unterrichtet) konnten zurückkehren. Wegen der anhaltenden Zensur sind alle Schriftsteller, die in China leben, für eine freiere Verbreitung ihrer Werke auf Medien in Hongkong, Taiwan und anderen Ländern sowie auf das Internet angewiesen.

5. Die Ereignisse von 1989 und die Traumata der ersten Jahrzehnte der Volksrepublik sind im kulturellen Leben keinesfalls überwunden.


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