Archive for the ‘March 2010’ Category

the life that sprouts

三月 11, 2013

3Leo

wee

little wee gets up to play
we are more than what we are
sometimes we may call it god
wee may call as soon as twelve
sometimes we may call it light
wee may call as soon as two
wee may always call at night
little wee wakes up to cry
we are less than what we are
wee may sleep as soon as noon
sometimes we may call it god
wee may call as late as eight
sometimes we can see the light
wee can call us any time
sometimes we can feel the night
sometimes wee can be alright

October 2007

頑張る

Second Anniversary of the 2011 Japan Earthquake

hold it

(quakes, tsunamis, nuclear threats …)

the days of the blossoms
the yellow the white
the shoots and the air
and the birds and the bees
the flies and the beetles
the earth and the trembling
the cars that come floating
the buildings come tumbling
the life that sprouts

MW March 2011

innehalten

(fuer japan, yunnan, burma …)

die tage die blueten
die spitzen die gruenen
die weissen die gelben
die bienen die fliegen
die wogen die steigen
die wagen die treiben
die erde die bebt und
das leben das keimt

MW Maerz 2011

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d1/ToriiAndWreckage.jpg

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Fragen

三月 14, 2010

Darf man fragen?

Darf man Kinder einfach toeten?
Muss man einen Antrag stellen?
Wofuer ist man Polizist?
Wofuer ist man Freund und Helfer?
Polizisten duerfen schiessen
Polizisten schuetzen uns
Polizisten schieben ab
Polizisten kleben zu
Arbeit fuer Gerechtigtkeit
Werbung fuer die Polizei
Klebt an vielen Strassenecken
Darf man Kinder einfach toeten?
Fragt die grossen Zeitungen
Muessen Kinder ins Gefaengnis
Weil sie hier nicht bleiben duerfen?
Darf man Menschen einfach toeten?
Muss man einen Antrag stellen?
Muss man Dokumente bringen?
Muss man auf die Uhrzeit achten?
Muss man eine Nummer ziehen?
Wofuer ist man integriert?
Was darf man in Oesterreich?
Darf man leugnen, was geschah?
Wofuer gibt es eine Wahl?
Gibt es keine Kandidaten?
Jede Woche eine Schande?
So viele Zeitungen
So viele Fragen

MW Maerz 2010

http://www.fussballverbindet.org

May I ask?

Will they let you kill a child?
Do you need an application?
Will they let you work again?
Can you be a good policeman?
Are you going to protect us?
Are you going to deport us?
Maybe you’ll deport our neighbours?
Maybe gag them on the plane
Maybe they are still policemen
Those who gagged and killed that guy
Can they put a child in jail
And deport a nine-year-old
Because he’s from Kosovo
And they say the war is over
Who cares what his friends are saying
Or his teachers, or his town
Here in lovely Austria
You can be a candidate
Candidate for president
If the papers will support you
Say you are for law and order
Maybe you are just a Nazi
Hardly anybody cares
Will you go and work for justice
Come and work for the police
Let me just describe the poster
Justice is the only word
There’s the word, and there are handcuffs
Handcuffs on a pair of hands
Posters are in every school
Many streets and public buildings
Will they let you kill a child?
Do you need to take a number?
If the papers will support you
May I ask another day?

MW March 2010

Open Letter

三月 9, 2010

Offener Brief

Wem soll ich das jetzt schreiben? Vielleicht an die Presse. Kommentar der Anderen. Naja, Chefredakteur Michael Fleischhacker hat heute Samstag in der Presse das österreichische Nazi-Verbotsgesetz als notwendigen Ausdruck politischer Unreife bekräftigt. Alle schreiben jetzt über die FPÖ. Wird es etwas nützen? Was glauben Sie?

Warum schreiben jetzt wieder alle über die FPÖ, von den Gratiszeitungen in der U-Bahn zu den Mittelklasse-, Business-, Familien- und Alternativvehikeln?
“Es war ein Fehler, nicht anzutreten.” Das war die Schlagzeile von vorgestern, Donnerstag. Hab ich im Vorübereilen am Bahnhof gesehen. Wahrscheinlich Michael Ludwig, in der Brücke. Nein, der Landeshauptmann. Nicht der davor. Pröll, in der Krone. Nicht die Annemarie.

Also wissen es eh schon alle. Vielleicht schreib ich das nur für mich selbst. Politische Unreife. Ja, allerdings! Warum kann die ehemals größte und immer noch relativ wirtschaftliche Partei des Landes keinen eigenen Kandidaten für die Wahl des Staatsoberhauptes finden? Hat man dem amtierenden Parteisekretär wirklich überhaupt nichts entgegenzusetzen?

Und die Grünen? Ich würde sehr gerne Terezija Stoisits wählen, zum Beispiel. Sie hat im Parlament die Bundeshymne auf burgenländischem Kroatisch gesungen, oder war es die Eidesformel? Ist schon eine Weile her, aber sie hat Österreich sehr gut vertreten, in vielen Fragen. A senior figure. A seminal figure, too.

Don’t get me wrong, ich finde auch, dass wir einen recht guten amtierenden Bundespräsidenten haben. Aber ist das wirklich ein Grund? Alle fünf Jahre wird gewählt. So ist das in einer Demokratie. Ja, die Wahl kostet Geld. Aber sieht eine große Partei wirklich besser aus, wenn sie nicht antritt? Und eine Protestpartei, die die Grünen ursprünglich waren?

Jetzt reden alle von den Rechten. Die üben keine Zurückhaltung. Die treten an, stramm und gereckt. Also was können wir machen? Nicht wählen gehen. Oder Fischer. Versteht sich gut mit Li Peng. Das ist das einzige, was ich gegen ihn habe. Demonstrationsverbot anlässlich des Besuchs des chinesischen Premiers nach dem Tiananmen-Massaker. Die Grünen haben im Parlament protestiert. Cap und Fischer haben das Demonstrationsverbot verleugnet, verniedlicht und bekräftigt. Boot ist voll. Gesetze als Ausländerhetze. Das war damals die Politik der regierenden Sozialistischen Partei Österreichs. Sozialdemokratisch, Entschuldigung, den Namen haben sie auch noch nicht so lange geändert. Nein, ich bin kein Antimarxist. Finde es schön, wenn man an etwas glaubt. Meistens. Innenminister Löschnak ist extra aus der Kirche ausgetreten, damit ihm die nicht mehr gar so sehr auf die Nerven gehen können, die Frau Pfarrerin Christine Hubka zum Beispiel, die die Flüchtlinge aufnahm, als das Boot ach so voll war, im Jugoslawienkrieg. Sie war dann “Frau des Jahres”. Ich habe im Jahr darauf in Traiskirchen Deutsch unterrichtet, Zivildienst.

Alle sähen besser aus, wenn es eine Wahl gäbe. Zwischen dem amtierenden Staatsoberhaupt und ein paar ernstzunehmenden anderen Frauen und Männern. Alle sähen besser aus, auch die SPÖ. Von der großen Wirtschaftspartei ÖVP gar nicht zu reden, oder von den Grünen. Woher kommen die Grünen? Aus dem erfolgreichen Protest gegen das Atomkraftwerk der ersten Generation, das vielleicht doch auf einer Erdbebenlinie lag. Erfolgreich gegen Kreisky und Fischer, mit über 50 Prozent. Auch 1984 waren wir erfolgreich. Ja, auch ich habe damals mitdemonstriert, für die Erhaltung der Donauauen bei Hainburg.

Ich würde auch gerne Fischler wählen. Nein, das war kein Schreibfehler, das war der EU-Agrarkommissar, allseits geachtet, hatte man den Eindruck. Ist doch wirklich nicht schlecht, für Österreich.

Leider hat Franz Fischler gesagt, man soll sich den Wahlkampf nicht antun, wenn man nicht gewinnen kann. Als Partei. Leider gibt es da eine Tradition in der ÖVP, mit unreifen Aussagen und mit lähmenden innerparteilichen Machtkämpfen. Erhard Busek zum Beispiel, intelligent und sehr engagiert, in Osteuropa. Aber das war auch ungefähr damals, zu Beginn der 90er Jahre, vielleicht war er noch nicht Vizekanzler, jedenfalls hat er gesagt, man solle nicht immer weiter über den Krieg reden, über Verantwortung für die Naziverbrechen. Irgendwann sei Schluss, oder so ähnlich. Nicht lange davor war der Bundeskanzler zum ersten Mal in Israel gewesen.

Ist es zu spät? Wird es wirklich nur zwei Kandidaten geben, den Amtsinhaber und die Nazisse? Der Habsburger wird es offenbar auch nicht schaffen, da gibt es ebenfalls Verbotsgesetze. Alles sehr kompliziert, wie ein früherer Bundeskanzler anmerkte.

Als langjähriger Auslandsösterreicher, der manchmal auch tausende Kilometer zur nächsten österreichischen Botschaft reiste, um wählen zu können, muss ich mich wieder mal schämen. Obwohl es keine Sanktionen geben wird, nicht einmal internationale Schlagzeilen. Außerdem bin ich ja diesmal in Wien. Aber trotzdem. Ja, ich möchte, dass dieser Brief veröffentlicht wird. Deshalb heißt er so.

Herzliche Grüße,

Martin Winter

Wien/ Peking, Übersetzer aus dem Chinesischen


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