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《最终我们赢得了雪》自序 – FINALLY WE HAVE SNOW (Preface)

三月 21, 2019

《最终我们赢得了雪》

自序

维马丁

自己的诗歌被中国大诗人伊沙翻译成中文,在世界人口最大的国度出版,在中国最先锋的,专门关注当代口语诗歌写作的出版社,在国际著名大诗人沈浩波组织的出版社,应该写怎么样的自序或自己的后序?

我主要关心的东西是诗歌,中国当代用汉语,用普通话写的诗歌。当然中国还有很多其他的非常好的东西,包括用其他语种写的或唱的东西,用所谓的方言和除了汉语之外的,比如蒙古、藏语、维吾尔语等等。我自己懂的而且很荣幸可以参加的是一些文学方面的东西。那么在当代文学里到底有多少关注和关心除了文学之外的事情的人?对于中国文学来说,我觉得其实很多,也许就是多数。

中国是怎么样的东西?可以这样问吗?其实很多人都会这样问,很多中国人,还有因为中国很大,而且在世界经济目前也非常大,所以更多世界各地的人都会这样问,无论你要不要。奥地利是怎么样的东西?美国呢?拉脱维亚呢?巴西呢?我觉得可惜有一方面目前的中国是非常可怕的东西。是跟历史,跟当代历史关系很密切的东西。可惜这一方面这两年一直每况愈下。当然这种东西对整个中国的影响越来越坏,对世界的影响越来越坏。就像美国政府目前的一些政策,尤其是对难民的政策一直非常坏。还有对自然环境的政策。在欧洲,关注人权和民主也非常重要,因为有一些政府故意无视或故意限制民主和人权。这两三年世界很多地方对很多人,对很多工人、贫民、对互相团结和帮助的情况一直每况愈下。而同时关注自然环境的问题的人无论在哪里都多,还有觉得某些方面需要防抗的人在很多地方一共越来越多。所以也许有希望。

那么这些跟伊沙翻译我的诗歌有什么直接的关系?也许有,也许没有。伊沙说他一直觉得应该关注当代在西方或者在显然跟东亚之外的诗歌,从长大自己开始写作就一直这样想。我也是,一直这样觉得,只是在奥地利长大的情况下。还有对我来说也许更极端一些,比如我上大学虽然除了汉学也攻读德语文学,还有自己当然参加当代德语写作,但是它不是我主要关注的世界。这样的背景和态度当然有某些好处和短处。那么这样说话可以当在中国印刷的诗集的序还是后序吗?看看伊沙和出版社怎么说。从2013年第一次跟伊沙见面我一直觉得伊沙在创造奇迹,伊沙创造和组织一个奇迹的国度。比所有的无论什么语言无论什么地方碰到的文学的组织都开放,比世界上任何碰到过的文学东西更接近跟文学没关系的人和生活。所以我更觉得非常非常荣幸,非常非常幸福。所以对我来说,上面第三段开头提的问题也可以回答,是个在长安为中心的奇迹,在古老的长安为中心的今天的奇迹。

2019.3.19 于维也纳

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GRASS-MUD-HORSE – 小琼 [#张六毛]

十一月 6, 2015

Zhang Liumao poem

Xiaoqiong
GRASS-MUD-HORSE

They say, cursing isn’t right;
if you curse other people you have no breeding, no education.
I am fearful,
have to be very careful
to be a tasteful woman
in front of their eyes.

But today I decide
to break this commandment.
Today
I have to shout dirty words.

Zhang Liumao, born in Canton
on June 20, 1972,
detained on August 15, 2015
for “inciting trouble with words”.
On November 4 at three in the morning,
his family received a notice
from Canton #3 Detention Center,
to collect the ashes of Zhang Liumao.

When I heard this
I was taking a stroll
in a beautiful village.
It looked like a painting.
And I went spitting into the daisies:
Fuck you, fuck you ten thousand times!
Fuck your goddamn mother!
Then
I cleared my throat
and walked forth with great strides.

11/4/15
Tr. MW, Nov. 5, 2015

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Zhang Liumao Detention notice

OUR WOMEN

四月 10, 2015

tanks-uighur-girl

OUR WOMEN
– for the women detained in China around March 8

they cannot speak for our women
nobody can speak for our women
anyone who is not from our women
is against our women

they’re not legitimate
how could anyone speak
for our women?

only our women
speak for our women

MW April 2015

AUSTRIA 1%

about austria
about major major
a bout a bout
of mozartkugel
about 1 percent of the earth
we are a gated community
in a gated community
in a gated community
have you watched our new year’s concert?
have you seen our spanish horses?
have you read our serbian writers?
milo dor was a good one
99 percent of us are not rich
relatively speaking

MW April 2015

失眠

奥地利维也纳
凌晨两点睡醒
长安伊沙
我的中国梦
我们去散步
在森林迷路
两只保护动物
两三头
中国中欧麋鹿
还有芝加哥

2015.4.9 临晨

SLEEPLESS

vienna, austria
two o’clock in the morning
yi sha from chang’an
my chinese dream
let’s go for a walk
get lost in the woods
two protected species
two or three
chinese european rare deer
and from chicago

MW April 2015

Chen Kehua Puppen

Lesung 12.4. Gerhard Ruiss – Bei Ling

四月 5, 2011

Stichworte Lesung 12.4. Gerhard Ruiss – Bei Ling

Verhaftungswelle – Ai Weiwei, vorher schon andere Künstler wie Wu Yuren; auch Ran Yunfei und viele andere Blogger, Teng Biao und viele andere Menschenrechtsanwälte …

Gao Zhisheng (Anwalt) seit Jahren verschwunden, vorher mehrfach inhaftiert und gefoltert

Viele unter Hausarrest und abgeschirmt, in letzter Zeit verschärft, auch Liu Xia, Frau von Liu Xiaobo.

Seit Oktober durfte niemand Liu Xiaobo besuchen, auch seine Frau nicht. Falls Bruder oder Eltern doch einmal hindurften, dann unter Geheimhaltung, alles abgeschirmt, jeder Kontakt nach außen wird strengstens verhindert.

Liu Xianbin wurde letzte Woche wieder zu 10 Jahren wegen Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt verurteilt. Seit 1989 bekam er insgesamt 25 1/2 Jahre, u.a. wegen Gründung einer Oppositionspartei. Solche wie ihn gibt es noch mehrere, sie sind halt alle nicht so bekannt wie Liu Xiaobo. Liu Xianbin kam erst 2008 frei, unterschrieb aber sofort die Charta 08 und wurde 2009 wieder erhaftet. Er hat eine Tochter im Teenageralter, die ihren Vater hauptsächlich von Besuchen im Gefängnis her kennt. Es gibt einen sehr interessanten Text von Liu Xianbins Frau Chen Mingxian (leider nur auf Chinesisch), in dem sie von ihrem Leben seit 1995 erzählt. Sie ist einfache Lehrerin, lernte zufällig Liu Xianbin kennen, wurde langsam in die Dissidentenszene hineingezogen, beschreibt sehr eindringlich ihr tägliches Leben in einer kleineren Stadt, mit häufigen Polizeibesuchen.

Seit Februar gibt es im Internet Aufrufe, in 10-15 Städten auf die Straße zu gehen, jeden Sonntag, gegen hohe Lebensmittelpreise, Korruption und viele Misstände; ohne Transparente, einfach Spazierengehen an bestimmten Orten, höchstens manchmal Sprechchöre; darauf wird jedoch mit großem Polizeiaufgebot, Brutalität und vielen teils willkürlichen Verhaftungen reagiert.

Der Dichter Liao Yiwu, der 1989 wegen einer Radioausstrahlung seines Gedichts “Massaker” ins Gefängnis kam, die 90er Jahre hauptsächlich in Lagern verbrachte, dort viel Stoff für Reportagen und Erzählungen fand, die auch ins Deutsche übersetzt wurden, und von einem alten Mönch Flüte spielen lernte, durfte im Herbst 2010 erstmals ins Ausland, nach den Solidaritätslesungen am 20. März (Tag der politischen Lüge, Authors for Peace, Internationales Literaturfestival Berlin) und nachdem sich sogar Angela Merkel für ihn einsetzte. September und Oktober 2010 war er in Deutschland, dann ging er zurück nach Sichuan. Sofort wurde er wieder überwacht, öfters zur Polizei beordert, etc. Heuer wurde er in die USA zu einer Lesereise eingeladen, durfte aber im März wieder nicht ausreisen. Auf diese Weise wird er auch die folgende Reise nach Australien, wo er dasselbe Buch vorstellen sollte, nicht antreten können. Seit den 90er Jahren wurde er 16 Mal in verschiedene Länder zu literarischen Veranstaltungen und Konzerten eingeladen, 1 mal (im Vorjahr) durfte er ausreisen, 15 mal nicht. Liao Yiwu ist nicht das einzige Beispiel; der Dichter Bai Hua durfte lange Zeit ebenfalls nicht ausreisen; ich habe noch von anderen Fällen gehört.

Zhao Wei, der Student, der unlängst auf einer Zugfahrt umkam, ist auch ein Fall, der einen an viele ähnliche Fälle erinnert, von denen man ebenfalls in China gehört hat.

Liu Xiaobo, Ai Weiwei und Bei Ling kennen einander aus den 80er Jahren. Alle Künstler, Musiker, Schriftsteller etc., die jetzt über 30 sind, sind durch das Proteste-Desaster und Massaker von 1989 miteinander verbunden, auch wenn sie künstlerisch, intellektuell etc. überhaupt nicht miteinander übereinstimmen. Dissidenten, auch im Ausland, sind teilweise sehr zerstritten. Liu Xiaobo wird von manchen nicht als geeignet angesehn, die Arbeiter, ArbeitsmigrantInnen etc. zu vertreten, die in den letzten Jahren mit Streiks, Selbstmorden und schon länger auch durch die vielen Arbeitsunfälle in den großen Fabriken in den Industriestädten um Kanton und anderswo von sich reden gemacht haben. Aber auch da gibt es eine Verbindung: Zheng Xiaoqiong, die Arbeitsmigrantin und Dichterin, die 2003/2004 bekannt wurde. 2009 kam eine Auswahl ihrer Gedichte in Taiwan heraus, in einer Serie, in der auch Gedichte der tibetischen Schriftstellerin Woeser erschienen. Am 5. April 1976 begann die Öffnung Chinas, noch vor Maos Tod, auf dem Tian’anmen-Platz mit Gedichten. Auch heute ist Lyrik bedeutender und integrativer, als man glauben möchte. Natürlich ist nicht alles davon immer ‘nur’ Literatur – Kunst und Politik sind in Wirklichkeit weiterhin sehr eng miteinander vebrunden, auch wenn seit den 90er Jahren alle sagen, alles sei nur noch kommerziell geworden. Unter Mao war allles Politik. In den 80er Jahren waren die Verbindungen noch sehr deutlich. Jetzt sind sie auch sehr deutlich, wenn man die Nachrichten hört.

Lesung am 12. 4. 2011 im Museumsquartier in Wien
12.4. 19 Uhr
Lesung mit Gerhard Ruiss und Bei Ling (Lyriker, Essayist, Dissident, Biograf des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo)

Raum D / quartier21
Gedichte von Liu Xiaobo und Liu Xia

Auszüge aus Essays von Bei Ling und aus der Biografie von Liu Xiaobo

Gedichte von Bei Ling

Es lesen Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren) und Bei Ling

Nach der Solidaritäts-Lesung für den inhaftierten chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo am 20. März (mit Gerhard Ruiss im Radio – siehe
http://archiv.literadio.org/get.php?id=766pr1602) kommt sein Biograf Bei Ling zu einer Lesung nach Wien ins Museumsquartier. Der Versuch der Überwindung von Zeit und Raum ist für Bei Ling seit mehr als einem Jahrzehnt bittere Realität. Der Lyriker war – wegen der Veröffentlichung einer Literaturzeitschrift – selbst in Haft, wurde 2000 auf internationalen Druck hin freigelassen und aus China ausgewiesen. Seither lebt er im Exil.
„Es gibt keine Wahl mehr. Das Blut vieler junger Menschen, jene Seelen, jene eingekerkerten Menschen, und dann noch Xiaobo im Gefängnis – er wird mich verfolgen und auch das, was ich schreibe. Er wird mein Verhalten bestimmen“, das schrieb Bei Ling vor 22 Jahren als er erfuhr, dass sein Freund Liu Xiaobo nach dem Massaker vom 4. Juni 1989 verhaftet worden war – und er scheint recht behalten zu haben. Die Biografie seines Weggefährten Liu Xiaobo ,Der Freiheit geopfert´ ist erst kürzlich auf Deutsch erschienen.
Am 12. April liest Bei Ling mit Gerhard Ruiss Gedichte von Liu Xiaobo und Liu Xia (der Frau des inhaftierten Nobelpreisträgers, die seit Oktober in ihrer Wohnung festgehalten wird). Außerdem trägt Bei Ling aus seinem lyrischen Werk vor und liest aus der Biografie über den Friedensnobelpreisträger.

Die Veranstaltung in Kooperation mit dem quartier21/ MQ wird von der IG Autorinnen Autoren mitgetragen.

Der Freiheit geopfert. Die Biografie des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo

© Angelika Burgsteiner und Martin Winter
Martin Winter
0043-650-7209592

Urumqi and Kashgar

八月 4, 2009

Ana Escobedo, founder of the Facebook Cause Save Kashgar, has written a blog article for Saving Antiquities. It can be found at http://safecorner.savingantiquities.org/2009/08/saving-kashgar.html. I like Ana’s article very much, and I have great respect for her dedication. As Ana suggests, it is apparent that a lack of awareness for cultural heritage is directly connected to the social problems behind the July 5 incident. There is a lack of respect for culture that goes back to the Cultural Revolution and earlier. Tianjin is being destroyed, too, like many, many culturally rich places in China. There is no “rational” progress behind much of the demolition, but it’s always a great step forward for the developing companies and the party secretaries in their pay. Yes, many old streets and houses in many cities were in a sorry condition due to decades of neglect. It’s not easy to renovate them. Beijing has finally begun to rebuild some courtyard houses. At the same time they tore down the whole Qianmen area at the south of Tian’anmen Square and replaced it with a sort of Disneyland. Protests and suicides because of the demolitions in various cities have been in the news for years. In China, Southern Weekend (Nanfang Zhoumo) and other media have often reported on housing and cultural heritage problems. Most of the time they are allowed to do that. They cannot report on the arrest of dissidents such as Prof. Ilham Tohti of Central Nationalities University in Beijing. He has been detained since August 8. Amnesty International has issued an appeal for writing petitions in English and Chinese to the Chinese Prime Minister and other figures, because Prof Tohti has not been heard of since his arrest, raising fears for his health. Cases of torture and death in police custody are not unheard of in many parts of China (and other countries, of course). See http://www.chinafreepress.org/publish/Othernews/Petition_for_Ilham_Tohti_under_detention_presented_by_Wang_Lixiong.shtml, or http://bit.ly/q3BX4.
Yes, I think that Ana is right, raising awareness is crucial. One thing that has been lacking on the Uyghur support groups side is an outspoken condemnation of the massive looting and killing on July 5th in Urumqi. Yes, the demonstrations may have been peaceful in the beginning, just like in Lhasa last year, and maybe the police could have prevented them from turning violent, or maybe they could have at least contained them. And yes, thousands of Uyghurs have been arrested, some have been killed, and no one knows how many of them didn’t have any connection to the violence at all. But still: Both the Dalai Lama and Mrs. Rebiya Kadeer should have condemned the looting and killing in Lhasa and in Urumqi. The Dalai Lama said he prayed for victims on all sides, but that’s not enough. And the Uighur support groups such as Save Kashgar should have swiftly and loudly condemned the massive looting and killing by Uyghurs. Instead, Ana told us on Facebook that many Uyghurs may have died in Urumqi. Just that, as far as I have noticed. It was the same lack of awareness that was apparent after the Lhasa riot last year. So maybe there is a lack of awareness on both sides. Anyway, let us try to help in any way we can think of. Unfortunately, social websites such as Facebook and Twitter and their Chinese equivalents have been widely blocked and closed in China. The blocking of Facebook was said to be in response of aggressive Uighur support groups. They were mostly not aggressive at all, but they did fail to condemn the Uyghur looting and killing. As I have mentioned, Chinese media and intellectuals are sometimes able to speak out against social and cultural problems. Sometimes Chinese intellectuals in China can speak out in the international media and get noticed. See Asia Times (7/8/09): http://www.atimes.com/atimes/China/KG08Ad02.html, Ghost of Marx haunts China’s riots, By Jian Junbo. We concerned individuals and groups outside of China should support these efforts, and at the same time help to show the connection to Human Rights cases. And we should have condemned the Uyghur looting and killing first, and/or more loudly. The more we show our awareness on this side, the more we are credible on all sides. I never understood why Abu Ghraib was not raised as a central question by the Democrats in the 2004 US election. Where is the connection, you might ask. At least we have Obama now. Well, I think we have to look at and work on the most painful questions on our side first, whoever we are. Yes, I am on the side of Kashgar Old City. And on the side of minorities in my home country Austria. Maybe I should have cited a painful problem in Austria’s contemporary history. We certainly don’t have a shortage there. Anyway, I like Ana’s article very much, and I have great respect for her work. Let us continue writing and signing petitions, and most importantly, like Ana says, raising awareness. Peace!


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