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KEHRT NICHT ZURÜCK – 莲心儿 Lianxin Er

5月 3, 2022

Lianxin Er
KEHRT NICHT ZURÜCK

Oma Zhen ist gegangen,
sie ist 109 geworden.
Leute vom Dorf sind vorbeigekommen,
sie ist ganz still vor dem Grabstein gesessen.

Im Grab war kein Körper, nur Kleider,
von ihrem “Gatten”, den sie nie getroffen hat,
er wurde nach Burma verschickt als Soldat
und starb im Grenzgebiet vor ein paar Jahren.
Er war nicht der einzige dort
ohne Staatsangehörigkeit.

Als Oma Zhen in seine Familie kam,
trug sie bei der Zeremonie einen Hahn.
Der Mann war gerade eingezogen worden, zum Verteidigungskrieg.
Die Schwiegereltern wollten ihn vorher verheiraten.
Später schrieb der Mann aus Yunnan,
da war ein Foto von ihm in Uniform.
Das war ihr einziges Andenken von ihm.

Als sie starb,
hielt sie dieses Bild
auf ihrem Schoß.

2022-03-01
Übersetzt von MW im Mai 2022

新世纪诗典作品联展#莲心儿#(10.0)

 

首先要感谢伊沙老师在“春天敲响和平的钟”云诗会上订货本诗《没有回家的士兵》,由此,也会有更多人了解和关注到这个群体。
做公益多年,其中一块就是关爱抗战老兵,这是一群被遗忘、被闲置、被灰色的群体,尤其是非常敏感。他们少小离家抗战战死沙场,有墓地墓碑者甚少,能有尸骨回家的更甚之。
在国内,原媒体人孙春龙是关爱抗战老兵的创始人和领路人,他写过一本书《没有回家的士兵》,我也曾有幸参与朗读录制。
其实我一直想多写这个题材,但是这些年写过此类题材确实不多,以后会更多的去写、去做事,铭记历史,他们不能被遗忘。

再次感谢伊沙老师和广大诗友的支持鼓励。遥祝安康顺意!

新世纪诗典第12季,NPC5月3日,4046首,1249人。第10个莲心儿(北京)日

伊沙推荐:
对于抗战中的赴缅远征军,我知道些什么?这是美式装备武英烈的家属,我又能知道些什么?活到109岁,一定是其未曾谋面的丈夫的阳寿加到了她的头上。细读这个故事这首诗,希望下一代不要太离谱,在阅读历史与现实时显得越来越不靠谱的下一代。

况禹点评《新诗典》莲心儿《没有回家的士兵》:一个多月的时间,在电视和网上看人们消费苦难和战争,看到想吐,此刻读此诗,泪目。

高歌点评:
没有国籍的远征军,邢昊兄有杰作在耳,本诗同样令人动容,守望远征军的遗属,怀抱从未谋面的丈夫的照片故去……永恒之爱的雕像。

【亚坤评诗】
没有回家的士兵
作者|莲心儿
(内容详见新诗典今日推送)

当前俄乌战争还没有结束,读到这首写“赴缅远征军”的诗,真是百感交集。
此诗原来在其它群我就读过,也和莲心儿交流过,现在仔细再读,依然深受感动。
最主要的一点是——“这首诗没有落在宏大叙事或空泛抒情上,而是牢牢落在了个人和生命细节上。”

历史有时候很虚无,有时候又很可感。
比如:我如果跟你说80年前远征军赴缅作战如何艰苦,如何悲壮,你只能当故事听,很虚无。但如果我要告诉你——“本诗珍奶奶的故事”,特别是带你去现场看坟。这段历史立马会变得很可感、很具体、很真实。

这首诗就是用“书写个体命运和心灵史”的方式来为远征军的历史“立传”。
这与我写《马家沟纪事》的意义是一样的。
当然,一个具有明确历史、文化和群体意义的文本,需要非常丰富的“个案素材”做支撑。
诗人莲心儿常年关注帮扶“远征军老兵”,这方面,她有很大的优势。
我很期待莲心儿能给我们带来更多这方面的“素材”和“诗歌文本”。

一首叙述很精彩,生命细节很充分,个人情感很饱满的好诗。

(马亚坤.2022.05.02.上海)

 

 

DICHTER GEGEN DIKTATUR – ein Video aus Myanmar, produziert von PoetInnen und GewerkschafterInnen in Yangon

3月 20, 2021

Erde in meinem Gesicht und eine Kassette ohne Tonband

Myanmar: Dichter veröffentlichen Video gegen das Militär

DICHTER GEGEN DIKTATUR

[Ein Video aus Myanmar: https://www.youtube.com/watch?v=tEjesG7R5BA, produziert von PoetInnen und GewerkschafterInnen in Yangon.]

[In einem Kreis aus weißen Blüten in grauer Asche auf der Straße steht eine kleine Metalltonne. Darin werden Zettel verbrannt. Eine Menschenmenge sitzt auf der Straße und skandiert.]

Nieder mit der Militärdiktatur!
Protest! Protest!
Streik! Streik!
Revolution!
Die Revolution wird siegen!

Gerechtigkeit und Freiheit müssen gewinnen,
in unserem Land, in unserer Nation.

Wir sehen, wie sie unsere Nationalhymne auf die Guillotine zerren.
Ihre Ansage, die Zeit der Sandalen sei zu Ende,
kommt in die Öffentlichkeit
wie ein gebrauchtes Kondom aus einem Bordell.

Wütend wie das Feuer der Hölle,
schreit der Oger Alawaka Drohungen
und zeigt seine schrecklichen Krallen!
Aber er wird auf seiner Brust liegen,
zu Füßen von Dharma und Sila.
Das ist der Weg der Wahrheit.

Weil sie ihre Würde als Menschen
nicht gegen eine Mundvoll Reis eintauschen,
haben sie Widerstand geleistet, haben ausgehalten,
sind zusammengefallen und umgefallen.

Die Revolution wird nicht im Fernsehen übertragen!

Die neue Nationalhymne kommt als Death-Metal-Version heraus. Kondomfirmen nehmen keine Kundenanrufe mehr entgegen.

Möge ich verlieren, möge die Wahrheit siegen!
Möge ich verlieren, möge die Wahrheit siegen!
Möge ich verlieren, möge die Wahrheit siegen!

Wenn die Bastarde verlieren und um Gnade flehen,
indem sie unsere Eier umfassen,
werden wir ihnen ins Gesicht pissen.

Wir schlagen nicht auf Töpfe und Pfannen,
weil es lustig ist.
Wir haben keine Waffen.
Wir haben höchstens Töpfe und Pfannen.
Wir haben keine Macht.
Wir haben nur Töpfe und Pfannen.
Haut auf die Töpfe! Schlagt die Pfannen!
Haut drauf! Haut drauf! Das ist unsere Revolution!
Haut drauf! Haut drauf! Das ist der Weg zu unserem Ziel!
Haut drauf! Haut drauf!
Haut drauf! Haut drauf!

Eines Tages werde ich Sternen-Bumen streuen, auf das Grab meiner kleinen Schwester.
Diesen Sommer können wir die Hunde nicht wieder tollwütig werden lassen.
Diesen Sommer wird jede Blume knospen und wundervoll aufgehen.
Diesen Sommer werden die Fahnen des Volkes im Wind flattern und triumphieren.

In meiner Jugend gab es nur einen Min Ko Naing.
Jetzt ist jeder junge Mensch Min Ko Naing.
Schützt alle Min Ko Naings!
Schart euch um alle Min Ko Naings!

Jedesmal, wenn ein schlechter Samen auf einer Bühne aufgeht,
versinkt die ganze Welt im Chaos.
Sie wird krank, ihr Körper brennt vor Hass.
Ich bin krank und nehme eine zehn Jahre alte bittere Medizin.
Aber ich bleibe krank. Im Leben in dieser Welt werden wir alle krank.
Wir können uns nur selbst kurieren, haben keine Zeit, angefressen zu sein. Wenn wir am Esstisch Platz nehmen, schwärmen die Heuschrecken wieder herein.

Wie kannst du arbeiten gehen, wenn alle protestieren?
Wie kannst du das mit deinem Gewissen vereinbaren?
Wirst du ok sein, wenn sie auf deine Familie spucken?
Kannst du glücklich sein, wenn deine Kinder die Stiefel von Min Aung Hlaing lecken, während seine eigenen Kinder stinken vor Geld?
Kannst du sagen, “gut gemacht”, wenn deine Enkel kaum überleben, während Min Aung Hlaings Enkelin im Ausland studiert?
Kannst du in Frieden zur Arbeit gehen, wenn dich die Unterdrücker mit ihren Gewehren wie eine Kuh behandeln?
Kannst du froh ins Büro gehen?
Kannst du froh ins Büro gehen?

Jeden Morgen, wenn Papa und Mama zur Arbeit gehen,
schämen wir uns, meine Schwester und ich.
Wir möchten nicht für unsere Zukunft fürchten.
Papa, bleib daheim. Mama, geh nicht ins Büro.
Bleibt zuhause für unser Land und für uns.
Lasst uns euch danken, dass ihr uns aufgezogen habt, indem wir uns den Protesten anschließen.
Lasst uns den Garten unserer Zukunft bestellen.

Zu viele Blätter sind zu früh abgefallen!
Wir werden eure Barbarei im Namen der Wahrheit zerstreuen!
Die Blumen des Winters werden auf euch losgehen,
die Wasser des Monsuns werden euch ertränken.
Für eine gerechte Sache opfern wir unser Blut!
Wir lassen niemanden unseren Frühling wegnehmen, nicht einen Fingerbreit.

Ich war eingeladen zum UNESCO-Poesiefestival,
sollte online rezitieren, zur Feier des Welttags der Poesie.
Ich habe abgesagt.
Ich habe geschrieben,
Russland ist doch euer größer Sponsor, nicht wahr?
Meine Antwort auf eure Anfrage
entspricht den Gefühlen der Menschen in Myanmar.
Also scheint es so zu sein,
dass ich an der Revolution des Frühlings teilnehme,
nicht indem ich Gedichte lese,
sondern indem ich ablehne, zu lesen.
Seltsame Sache!

Mögen allen Arbeitsscheuen
ihre Verdienste vermehrt werden,
mögen ihre Gebete in Erfüllung gehen!
Mögen alle, die streiken,
reinen Herzens sein und von allen geliebt werden.
Mögen alle, die daheim bleiben,
von Geistern und Menschen gesegnet werden,
mögen alle, die diesen Boykott mittragen,
die Kraft finden, weiterzumachen!

Der Klang des Marsches unserer Herzen fließt bis in unsere Fingerspitzen!

Der Golf-Taifun ist weder hineingekommen noch weggegangen.

Ihr sollt wissen, wir sind Geister.
Wir sind schon gestorben.
Wenn wir heute wieder sterben,
werden wir euch für immer heimsuchen.
Wir sind Geister, wir sind schon tot!

Heute suche ich den ganzen Tag im Fernseher
und bekomme keine Sender herein.
Wegen der Störgeräusche
klopfen die Nachbarn an meine Tür.

Bratet das Schwein in seinem eigenen Fett!
Bratet die Tür darin!
Der Schweinekerl, den du gesehen hast,
versteckt sich vor der Guillotine!

Du magst davon gehört haben oder nicht,
aber das ist keine akzeptable Entschuldigung.

Weil wir nicht zurück können in die Vergangenheit,
haben die Kinder, die wir nicht bekommen haben,
Waffen ergriffen zu einer Zeit, in der wir nicht leben.
Sie sind gegen Befehle von oben aufgestanden.
Sie haben ihren Sklavengeist
in einen Salzsack gesteckt
und im Fluss ausgelassen.
Gedankenfetzen von Millionen
vereinen sich in einem zitternden
und doch festen Faden.

Ich bin Ma Seint Htet, der vom Berg herunterfällt.
Ich bin U Ko Ni, der am Flughafen steht,
der vergebliche Besuch von Ibrahim Gambari.
Ein EPC-Elektriker hängt tot von einem Strommast.
Und ein Wanderarbeiter …

Die Räder der Hirne in den Bäumen
drehen sich zusammen
in den Ohren in den Schwertern
in den Wänden.
Die Knöchel eines alten Gewandes
werden terrorisiert
und jeden Tag heimgesucht,
übertrieben, als Strategie.

Die Erde auf meinem Gesicht
ist ein Haufen zerbrochener Knochen.
Fünfzig Jahre in einer Kassette aufbewahrt,
ohne Tonband.
Ein trauriges Lied,
das wir sofort nicht mehr singen dürfen.

Niemand wird uns wieder auseinanderbringen!
Wir sind ein einziger Blutkreislauf geworden!

Mach deine Maske zu deiner Fahne,
mach deinen Facebook-Eintrag
zu deinem Ultimatum!
Wo immer du bist,
dort mach deinen Protest!

Heute halten die Mütter ihre Kinder nicht zurück,
wenn sie hinausgehen und Gerechtigkeit verlangen.
Sie reißen ein Stück von ihrem Longyi ab
und binden es um den Arm jedes Kindes,
damit es geschützt sei vor Kugeln und Patronen
Auf den Straßen der Revolution.
Bewegen sich Heldinnen und Helden
in einem roten Schwall.

Wolken türmen sich auf
und darunter zerfällt der Morgen
in eine Revolution.

Das Heulen eines riesigen Tintenfisches,
der durch die Straße bricht,
hallt noch im Himmel über der Stadt.

Auch wenn ihr unsere Handgelenke durchschneidet,
wie ihr nur wollt,
unsere Fäuste werden nicht aufgeben.

(12 Männer zusammen skandieren) :

Der dämonische Enkel, frisch vom Mönchstum, zischt:
Ein Riss im herausgebackenen Teig, ein Sohn, der das Land zerstört!
Der dämonische Enkel, frisch vom Mönchstum, zischt:
Ein Riss im herausgebackenen Teig, ein Sohn, der das Land zerstört!

Zum Gedenken an den Dichter K Za Win, der gegen den Militärputsch protestierte und am 3. März in Monywa in einer friedlichen Demonstration von Soldaten getötet wurde. Möge er in Frieden ruhen. Dichterinnen und Dichter werden überall in Myanmar verhaftet.

Es folgen die Namen von 32 Dichtern und Dichterinnen in der Reihenfolge ihres Auftretens in dem Video.

Übersetzt von Martin Winter.

Danke an Esther Dischereit und Jacqueline Winter!

中止

3月 30, 2011

innehalten

(fuer japan, yunnan, burma …)

die tage die blueten
die spitzen die gruenen
die weissen die gelben
die bienen die fliegen
die wogen die steigen
die wagen die treiben
die erde die bebt und
das leben das keimt

MW Maerz 2011

http://tokyowriter.wordpress.com/2011/03/30/quakebook/http://en.wordpress.com/tag/quakebook/

hold it

(quakes, tsunamis, nuclear threats …)

the days of the blossoms
the yellow the white
the shoots and the air
and the birds and the bees
the flies and the beetles
the earth and the trembling
the cars that come floating
the buildings come tumbling
the life that sprouts

MW March 2011


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