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SCHWIMMERGESCHICHTE – 梅花驿 Meihua Yi

五月 18, 2021

Meihua Yi
SCHWIMMERGESCHICHTE

Die heißen Sommertage sind da.
Die Schule verbietet
das Schwimmen im Fluss.
Am Nachmittag am Schultor
kontrolliert der diensthabende Lehrer.
die nackten Arme der Jungen.
Er zieht einen leichten Strich
mit einem Fingernagel.
Die Jungen, bei denen nichts zurückbleibt,
rennen Hals über Kopf in die Klasse.
Die Jungen mit einem weißen Strich
müssen in der Sonne stehen und nachdenken,
bis es zum Unterricht läutet.

Übersetzt von MW im Mai 2021

新世纪诗典作品联展#梅花驿#(22.0)

伊沙推荐:我在课堂上讲过:什么人应该成为"细节仓库"?小说家、电影导演一一现在,似应加入诗人,当然只能是口语诗人。细节,业已成为中国口语诗之利器一一本诗告诉你,这个利器有多强,我向来文质并重,本诗是五月下半月冠亚军的有力争夺者。

况禹点评《新诗典》梅花驿《游泳史》:什么时候学校开始不组织校外活动了?好像是九十年代。一代代金贵的独生子女、越来越乱的城镇交通,让学生的安全问题构成了学校的困扰,孩子们也随之失去了认识大千社会的许多机会。什么时候学校和老师不让学生下河游泳了?让我再想想——好像从我小时候那阵就这样了,理由当然还是安全——在我和比我更年长的人的记忆里,几乎每个人都知道一两条河、一两个湖,年年在相同的节令淹死一两个孩子——有的家长说,那是一代代淹死鬼在寻找替身。梅花驿这首诗提供了新的生动细节,在胳膊上划、验白道儿。别小看这白道儿,仅仅一笔,就把读者带入了诗中的现场。

黎雪梅读《新世纪诗典》之梅花驿《游泳史》:夏季能在清凉的河里游泳是男孩子们的一大乐事,然而因此而引起的安全事故也层出不穷,学校针对这样头疼的事情,也自有其妙招:“下午同学进校门/值班老师逐个检查/在男生的光胳膊/用指甲轻轻划一下”以能否划出白线,来判定学生是否在中午偷偷下河游泳了,方法很简单却很奏效(此法或可为也其他学校提供一个范本)。对有胳膊上划出白线的学生的惩罚,也只是让他们“反省”,虽有些严厉却也不乏人情味,至于会起到什么样的作用,估计只有当事者心里清楚了。本诗读来明白晓畅,强大的细节呈现是一大亮点,“事实的诗意”由此得以彰显。诗题为《游泳史》加以记录,不仅是游泳史,也是个人成长史、校史和社会史,是耐咀嚼
值得一读的好诗。

黄开兵:梅花驿此诗一下把带回少年时代,当年我们,每到夏天,天天跑到河里游泳,个个晒得油黑油黑的……在胳膊上划痕太有经验了!我把此诗抄到绢面折扇上,夏天了,扇子更应景。

Calligraphy by Huang Kaibing

Calligraphy by Huang Kaibing

马金山|读梅花驿的诗《游泳史》的十一条:
1、诗的状态,即是诗的格局与境界;
2、诗歌文本的硬,在于内心的微,和生命的气味,更在于细节的累积与生命力的生长和繁殖;
3、梅花驿,原名秦学昌。生于1965年。入选“新世纪中文诗歌百大诗星”及常青藤诗人。著有诗集《孤独的火车》《云潮集》。现居河南平顶山;
4、和昨天的莫高一样,本诗作者,也是在北京磨铁诗歌活动中见过一面,不同的是,梅花驿还是我河南的老乡,为人质朴,口含浓厚的河南话,让人倍感亲切;
5、梅花驿的诗,在平实的语言情境里,自带平民化的质地,不仅意味纯正,而且饱含艺术的魅力与文化,剧透文明之光;
6、回到本诗,以“胳膊上划白线”的细节,再现了一代人共同的成长记忆,语言生动形象,细腻入微,生长出独特的感受与自然的魅力;
7、尤其是诗中,对违反“下河游泳”要求这一行为,以体罚的手段,还原了生活的本来面貌,且不乏智慧与意趣,构成了强大的诗意空间;
8、以点概面,由局部引伸全面的意味,是口语诗神奇的秘密武器,更是独立的先锋精神,幽中见深;
9、诗题《游泳史》,大气而不失质感,是生活史,生命史,还是诗歌史,现代史,高级而厚重;
10、本诗给予诗人的启示:“平实的语言,在任何时候,都是诗骨头的脆响”;
11、诗歌之史,现场之诗,时代之诗。

Calligraphy by Huang Kaibing

Calligraphy by Huang Kaibing

 

 

 

 

 

 

JEDER TAG – EVERY DAY

三月 23, 2020

FRÜHLING

In der Früh
wenn du noch den Frost spürst
und schon die Wärme
ist die beste Zeit
um das Leben zu spüren.

MW 19. März 2020



JEDER TAG

jeder tag ist ein gedicht
wenn du zeit hast
im moment haben viele leute
viel mehr zeit als sonst,
wenn auch nicht unbedingt ruhe.
haben sie einen moment?
ist eine häufige frage
im moment haben viele viele millionen
in vielen erdteilen
etwas gemeinsam.
natürlich ist das auch sonst der fall
aber normalerweise sagt niemand
von dieser situation betroffene aller länder,
lasst uns einander helfen,
so gut wir nur können,
oder was glaubst du?

MW 21. März 2020

POETRY IN CRISIS? 庄生访谈:十一问 – 11 QUESTIONS asked by Zhuang Sheng

EVERY DAY


every day
is a poem
if you have time
at the moment there are many people
who have more time
although you still might not have peace and quiet enough.
do you have a moment?
is an everyday question.
at the moment many many millions
in many parts of the earth
have something in common.
actually that was the case long before,
but nobody said
affected people of all nations,
let’s help each other
as best as we can
or did they?
or did we?


MW March 21st, 2020

POETRY IN CRISIS? 庄生访谈:十一问 – 11 QUESTIONS asked by Zhuang Sheng

FIT MACH MIT

vorige woche ist noch einer durchgeturnt
so wie wir vorher fast jeden tag
durch den motorikpark
bevor sie ihn abgesperrt haben
ich hab ihn gesehen
vielleicht genau vor einer woche
am sonntag in der früh
heute gibt es wieder virtuellen
gottesdienst
nehm ich an
vielleicht mach ich eh mit
wir machen jeden tag ein gedicht
im literadio
mach mit wenn du willst

MW 22. März 2020



VÖGEL

vögel singen wie früher
wieder ein strahlender märztag
im vogelleben
kommt glaub ich unsere seuche nicht vor
vögel haben keine versicherung
vogelfrei
was hat das bedeutet
menschenfrei
manche straßen
ein paar wochen lang
in wien noch nicht wirklich
glaub ich
menschenfrei
wien war judenfrei
haben sie verkündet
als der himmel
frei für die bomben war
und vögel singen wie früher
und österreich ist frei
nicht wahr

MW 23. März 2020

„Der Raum erstarrt zu einem Netz von undurchlässigen Zellen. Jeder ist an seinen Platz gebunden. Wer sich rührt, riskiert sein Leben: Ansteckung oder Bestrafung. … Jeder ist in seinen Käfig eingesperrt, jeder an seinem Fenster, bei Nennung seines Namens antwortend und zeigend, worum man ihn fragt – das ist die große Parade der Lebenden und der Toten. … Dieser geschlossene, parzellierte, lückenlos überwachte Raum, innerhalb dessen die Individuen in feste Plätze eingespannt sind, die geringsten Bewegungen kontrolliert und sämtliche Ereignisse registriert werden, eine ununterbrochene Schreibarbeit das Zentrum mit der Peripherie verbindet, die Gewalt ohne Teilung in einer bruchlosen Hierarchie ausgeübt wird, jedes Individuum ständig erfaßt, geprüft und unter die Lebenden, die Kranken und die Toten aufgeteilt wird – dies ist das kompakte Modell einer Disziplinierungsanlage. Auf die Pest antwortet die Ordnung, die alle Verwirrungen zu entwirren hat: die Verwirrungen der Krankheit, welche sich überträgt, wenn sich die Körper mischen, und sich vervielfältigt, wenn Furcht und Tod die Verbote auslöschen. Die Ordnung schreibt jedem seinen Platz, jedem seinen Körper, jedem seine Krankheit und seinen Tod, jedem sein Gut vor: kraft einer allgegenwärtigen und allwissenden Macht, die sich einheitlich bis zur letzten Bestimmung des Individuums verzweigt – bis zur Bestimmung dessen, was das Individuum charakterisiert, was ihm gehört, was ihm geschieht. Gegen die Pest, die Vermischung ist, bringt die Disziplin ihre Macht, die Analyse ist, zur Geltung. Es gab um die Pest eine ganze Literatur, die ein Fest erträumte: die Aufhebung der Gesetze und Verbote; das Rasen der Zeit; die respektlose Vermischung der Körper; das Fallen der Masken und der Einsturz der festgelegten und anerkannten Identitäten, unter denen eine ganz andere Wahrheit der Individuen zum Vorschein kommt. Jedoch gab es auch einen entgegengesetzten, einen politischen Traum von der Pest: nicht das kollektive Fest, sondern das Eindringen des Reglements bis in die feinsten Details der Existenz vermittels einer perfekten Hierarchie, welche das Funktionieren der Macht bis in ihre letzten Verzweigungen sicherstellt. Hier geht es nicht um Masken, die man anlegt oder fallen lässt, sondern um den »wahren« Namen, den »wahren” Platz, den »wahren« Körper und die »wahre« Krankheit, die man einem jeden zuweist. Der Pest als zugleich wirklicher und erträumter Unordnung steht als medizinische und politische Antwort die Disziplin gegenüber. Hinter den Disziplinarmaßnahmen steckt die Angst vor den »Ansteckungen«, vor der Pest, vor den Aufständen, vor den Verbrechen, vor der Landstreicherei, vor den Desertionen, vor den Leuten, die ungeordnet auftauchen und verschwinden, leben und sterben.“

Überwachen und Strafen, S.251ff: http://www.ph-ludwigsburg.de/fileadmin/subsites/3b-asop-t-01/user_files/Kleinbach/Veranstaltungen/WS0506_Menschenbilder/Pestmodell.pdf

 

 


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