Posts Tagged ‘capitalism’

EIFFEL TOWER

八月 15, 2017

EIFFEL TOWER

Going up the Eiffel tower
means walking up all the way
to the second platform
if you don’t have a ticket beforehand
and want to wait in the shortest line
at the south tier, which still takes an hour.
That is after you stood in line
and went through security
to get onto the square under the tower.
So the line takes an hour at least.
Then it costs 7 Euro per adult, 5 if you’re under 19,
3 under 10. That’s for walking up.
And we had walked all the way from the Louvre.
Through the Tuileries, took a left at the Obelisk
to get over the Seine. The Orangerie museum
looks interesting. We had already seen sculptures
by Germaine Richier and others in the Tuileries park.
I remember a sculpture by her in Bilbao at the art museum.
Would have loved to get a closer look in the Tuileries,
but they don’t let you walk on the grass. Weird sculptures,
not at all like the one in Bilbao. We had of course seen the Venus of Milo
and the winged Nike of Samothrake. No, those aren’t cereals.
And a hermaphrodite, son of Hermes and Aphrodite,
merged with a Nymph by Zeus at her urgent request.
Yes, male and female organs. Many, many Aphrodites,
many clothed, actually. Artemis, Pallas,
and all the men. Marsyas, soon to be flayed.
Not to speak of the paintings. Or the old Egypt stuff,
very well organized, shows daily life, work
and many, many details
from 4000 years ago and so on. Better than in Vienna.
Lots of busts and other stuff from Palmyra,
many other places in Syria. Yemen, too.
A whole room from Palmyra.
Anyway, up on the Eiffel tower.
Thousands of people up there at night.
Very special feeling. We had lunched in the park,
there is a place with benches on a little hill
very close to the tower. Yuhuan started sketching,
Including the lamppost in front of us. Everyone else flew
paper planes and ate and drank what was there
from the small supermarket
around the corner. Lunch at seven thirty or eight.
We came home to the hotel at two o’clock in the morning.
Subway at Bir Hakeim, not very close.
But interesting and working late. Some people get in free.
We are content with smuggling in a small child every time.
People ask for centimes when they’re asking for money.
Very polite, actually. Centimes, from the old currency.
Probably means fifty Euro cents now. I think one was asking for less
when I had my hands full this morning with groceries from the bakery
after getting up before noon. No, you don’t really notice
the permanent state of emergency
more than the propaganda for 2024,
for the Olympics. They made a deal with Los Angeles, right?
One comes first, one four years later.
Whatever. Should really eat something now.

MW August 2017



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EINKÄUFER MIT ZIGARETTE – 唐欣

四月 20, 2017

Tang Xin
EINKÄUFER MIT ZIGARETTE

1972, auf einer Zugreise
sieht ein Einkäufer einen Stand
mit Waren für ausländische Gäste.
Neugierig erkundigt er sich über den Preis
einer Zigarettenmarke. Ein Ausländer lächelt,
vielleicht aus Mitleid. Jedenfalls,
der Einkäufer ist tief getroffen. Niemand
darf auf Chinesen herabsehen! Niemand!
Ohne zu zögern kauft er eine Packung,
verwendet mehrere Monatsgehälter
(er trägt öffentliche Gelder bei sich),
aber wovon sollen er und seine Familie
in nächster Zeit leben?  Er spürt eine Träne
und zündet sich eine Zigarette an,
durch den ganzen Waggon geht ein eigenartiger Duft.

März 2017
Übersetzt von MW im April 2017

BELEIDIGT – 耿占坤

二月 7, 2017

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Geng Zhankun
BELEIDIGT

sie haben ein altes theater abgerissen
sie haben einen ahnentempel demoliert
sie haben den hof ausradiert, wo der urgroßvater geboren wurde
wo sein urenkel hochzeit halten wollte
sie haben das ganze dorf abgerissen mit dreihundert haushalten
und stammbäumen von 400 jahren
und die alten gräber die keiner mehr kennt
sie wollen ein vergnügungsviertel errichten
sie wollen ein kaufhaus erbauen
und noble wohnhäuser
das kann ich verstehen
was ich nicht verstehe
tut was ihr halt tut
aber dass ihr hier wo das dorf der familie shen war
ein großes schild hinstellt

“slumviertel-umgestaltung”
ihr stößt leute nieder
und spuckt auch noch drauf

Übersetzt von MW im Februar 2017

beleidigt

诗篇

七月 29, 2016

Psalter

《诗篇》
(伊沙拍的照片)

 

诗篇。
PSALTER。
诗篇当商标,
诗歌在资本主义
最光明的位置
不是非常好的?
表示中国还真有诗意。

两位模特目光
又傻又恶心,
还有点自豪。
当然我不是
她们的目表,
顾客们也许
很喜欢她们。

整个印象
就是很国际化,
世界五洲
任何商场都可以。
但圣经诗篇当商标
除了中国谁想到?

圣经天使
最早找圣母玛丽,
告诉她怀孕了
要生出耶稣好消息,
那时候玛丽正在读诗篇。
好像没记录她在穿什么。

诗篇很多是大卫写的。
不过以色列
也许不想出这商标。

2016/7

 

KOREANISCHE KOMMILITONEN – 伊沙 Yi Sha

五月 9, 2016

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Yi Sha
KOREANISCHE KOMMILITONEN

Xu Gangtie war der Sohn des Bürgermeisters von Pjöngjang.
Jiang Yongzhe war der Sohn des Hofmalers von Kim Il-sung.

Jiang ist mir mehr im Gedächtnis geblieben.
Einmal in Politik und Ökonomie
sagte der Vortragende,
Kapitalismus sei stärker als Sozialismus,
siehe Taiwan und Festland-China,
BRD und DDR,
Südkorea und Nordkorea.
Er hatte kaum “Korea” gesagt,
da schoss Jiang nach vorne
(er stolperte noch auf dem Weg)
und hielt eine flammende Rede.
Er war auch ein tapferer Stürmer
in unserem Team der Chinesischabteilung,
“Acht Vereinigte Mächte”.

Xu spielte nicht bei uns mit.
Er vergnügte sich mit einer Französin,
bis Jiang ihn verriet.
Dazu kam noch ein zweites Verbrechen:
Schwarzwechseln.
Die beiden verschwanden aus unserer Sicht.
Xu durfte angeblich nie mehr ins Ausland.
Jiang fuhr zur Belohnung in die CSSR.

Ich weiß nicht wie es den beiden jetzt geht.
Leben sie noch? Hoffentlich sind sie am Leben,
nicht von Hunden zerrissen, von Kanonen zerfetzt.
Im Rückblick schauderts mich noch.
Zum Glück hat das Schiff, auf dem wir gefahren sind,
uns in eine andere Richtung getragen,
als das Boot, das sie mitgenommen hat.
Der Anstrich war jedenfalls ebenso rot.

Mai 2016
Übersetzt von MW im Mai 2016

 

《我的朝鲜同学》

许钢铁是平壤市长的儿子
姜永哲是金日成御用画师的儿子

令我印象更深的是姜
有一次上政治经济学
老师说:社会主义不如资本主义
以大陆、台湾作比较
以东西两德作比较
以北南朝鲜作比较
话音未落
姜冲上台去
(途中还绊了一跤)
慷慨激昂地演讲一通
他还是被称为"八国联军"的
中文系男足队的主力前锋
球风勇猛

许不跟我们玩
他只跟一位法国女留学生玩
结果被姜告发了
罪名还有一条:倒外汇
他俩双双消失在我们的视野中
听说许被禁止出国
姜则告发有功
被奖励到捷克留学去了

我不知他们现在如何
还活着吗?活着就好
未被犬决和炮决就好
同时也感到有点后怕
幸亏我们所搭的大船
与他们所乘的小船
虽同样被漆成红色
但航向却并不相同

WAHLTAG – 維也納市政府選舉 – ELECTION DAY IN VIENNA

十月 11, 2015

WAHLTAG

am wahltag schauen sie ein bisschen traurig
die kandidatinnen
es sind junge frauen mit gutem gebiss
sie haben sich alle sehr viel bemüht
die partei ist ok
es sind die grünen
der zettel der roten war ziemlich gut
für diesen bezirk und für diese gegend
das schlimme an dieser wahl sind die blauen
sie haben meine tochter verstört
wir wohnen neben dem hauptbahnhof
dort sind viele flüchtlinge
meine tochter hat oft mit den kindern gespielt
ich bin froh dass sie da sind
obama hat ihn nicht bombardiert
den assad vor zwei jahren
und mit putin verhandelt
was wäre wenn
tunesien hat den friedensnobelpreis
besser als für obama und für die eu
und die chemiewaffen sind auch noch da
was wäre wenn
jedenfalls sind die flüchtlinge am hauptbahnhof
österreich ist besser als ungarn
die ganze eu ist durchgebeutelt
vom kapitalismus
oder wie man das nennen mag
thatcher und reagan wurden gewählt
was haben die nicht alles zerstört
the world is still reeling
am wahltag schauen wir ein bisschen traurig

MW 11. Oktober 2015

CAM00392

ELECTION DAY

they look rather sad on election day
candidates on their posters
their teeth are ok they are young women
they have tried their best
it’s a nice party
the greens are the nicest party in town
the reds in this district and on the new streets
they had a leaflet talking to us
the blue meanies are evil
they are not even funny
we live in new houses next to the station
our daughter likes playing with refugee kids
she was disturbed by the blue meanies
all over europe people are helping
some are disturbing
everything’s on the move
at least more than before
we are trying our best
at least some of us
I am the one who can vote in our family
I met some new people
we had a good time at the polling station
getting acquainted
at least some of us
have looked rather sad on election day

Vienna, Oct. 11, 2015


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